Ziele und Vorsätze, die Umsetzung finden.

Der Start in ein neues Jahr motiviert zu überlegen, was uns wirklich wichtig ist und was wir noch erreichen möchten. Dass die Kündigungsquote ab Januar ansteigt, ist Hinweis auf grosse Entscheidungen, die während den Festtagen reifen können. Meist sind es aber mehr kleinere Vorhaben, die entstehen. Umfragen bestätigen, dass an Silvester rund 60% der Schweizer:innen einen Neujahrsvorsatz formulieren. Das Dranbleiben und Umsetzen gestaltet sich jedoch oft schwierig, ist man zurück im Alltag.

Die Erfolgsquote von Neujahrsvorsätzen liegt unter 20% und mehr als die Hälfte gibt ihr Vorhaben bereits im Januar auf.

Um ein Ziel zu erreichen – sei dies zum Jahresstart oder während eines Coachings – braucht es mehrere Schritte bis zum Erfolg. Kurz zusammengefasst: Es startet mit einem ansprechend-motivierenden Ziel, geht weiter mit Klarheit über die ersten konkreten Schritte, welche sich leicht in den Alltag integrieren lassen, und endet mit einem belohnenden Monitoringsystem, damit der Durchhaltewille zum Aufbau einer neuen Gewohnheit bestehen bleibt. Im Detail sehen die Schritte zum Umsetzen deines Neujahrsvorsatzes wie folgt aus.

In acht Schritten zu mehr Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

 1) Klarheit über das Ziel haben

Nur zu wissen, was man nicht will, schafft nicht die gewünschte Neuausrichtung, sondern eine Lücke, die sich meist mit dem bisherigen Verhalten füllt. Deshalb ist es zentral, das Ziel positiv und möglichst konkret – eben SMART für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert – auszuformulieren. Man soll den Zielzustand erleben, fühlen, anfassen können. Was machst du konkret? Wie und wann? Wen und was brauchst du dazu? Wie fühlt es sich an? Diese Konkretisierung passiert nicht nur mit dem Kopf, sondern ebenso mit Herz und Bauch, da uns im Alltag mehr unsere Gefühle als der Verstand lenken.

 

2) Vor- und Nachteile abwägen

Hat man einen Zielentwurf, wird dieser auf die damit verbundenen Auswirkungen überprüft. Was sind die Vorteile der Zielerreichung? Was sind mögliche Nachteile? Wie können solche Nachteile reduziert oder vermieden werden? Stimmt die Gesamtbilanz und – wenn nicht – was könnte ein alternatives Ziel sein? Nur wenn die Zielerreichung insgesamt etwas Positives erschafft, das ausreichend wichtig ist, entsteht Umsetzungsmotivation.

 

3) Umsetzungsplan entwickeln

Damit Grosses erreicht oder eine neue Gewohnheit entsteht, braucht es Zeit und viele kleine Umsetzungsschritte. Sich zu überlegen, was es konkret für die Zielerreichung braucht und ob es nicht einen müheloseren Weg gibt, ist entsprechend wichtig. Als Kopfkino durchlebt man die neue Zukunft, beobachtet sich bei der Umsetzung, prüft Alternativen, fühlt den Umsetzungserfolg und gewinnt dadurch Klarheit über die nächsten Schritte.

 

4) Umsetzungsauswirkungen auf das Umfeld prüfen

Auch wenn ein Ziel für einen selbst vorteilhaft ist und die Umsetzung machbar erscheint, braucht es einen weiteren Prüfschritt: Wir sind Teil eines Systems und unsere Handlungen wirken sich auf das Umfeld aus. Hat ein Ziel einen negativen Einfluss auf die Menschen um uns herum, halten sie uns von der Zielumsetzung ab oder wir selbst stoppen mit der Umsetzung, sobald negative Nebeneffekte sichtbar werden. Wie würden meine besten Freunde reagieren? Was denken meine Arbeitskollegen über mein Ziel? Was ist die Meinung meiner Familie, meiner Eltern? Wenn mein Hund, meine Katze sprechen könnte, was würden sie sagen? Solche Fragen helfen uns, die Reaktion unseres Umsystems zu antizipieren und das Ziel bei Bedarf anzupassen.

 

5) Mögliche Umsetzungsschwierigkeiten erkennen

Auch wenn die Umsetzung sauber geplant ist, wird es zu Überraschungen und Hindernissen kommen. Solche Schwierigkeiten im Voraus zu identifizieren und Gegenmassnahmen zu entwickeln, bereitet auf den Alltag vor. Was müsste passieren, damit du das Ziel aufgibst? Wer oder was könnte deinen Umsetzungsplan in Frage stellen? Was könnte die unangenehmste Schwierigkeit sein? Indem diese Situationen bereits analyisiert werden, entsteht noch mehr Zuversicht, dass die Zielerreichung gelingen wird.

 

6) Ziel präsent halten

Umsetzung passiert, wenn wir unser Tun am Ziel ausrichten. Wie erinnerst du dich an dein Ziel? Wie bleibt dieses sichtbar? Wann und wie brauchst du eine Erinnerungsstütze? Mögliche Strategien sind sichtbare Turnschuhe beim Heimkommen oder das Post-it mit einem Smiley im Kühlschrank. Was auch immer hilft, das Ziel und vor allem den damit verbundenen Mehrwert präsent zu halten, schafft Umsetzungsenergie.

 

7) Dranbleiben und erste Erfolge feiern

Je öfter man etwas tut, umso mehr wird es zu einer Gewohnheit und damit zu einem Automatismus, der keinen Fokus mehr braucht. Je nach Studie werden 21 bis 66 Tagen als erforderliche Zeitfrist genannt. Da erste Umsetzungserfolge fein und fast unsichtbar sein können, hilft ein aufmerksames Hinschauen. Was hat sich bereits verändert? Was hat geklappt? Welche Wirkung zeichnet sich ab? Etappenziele zu feiern und verzeihend mit Versäumnissen umzugehen, hilft, die Motivation zu nähren und an der Umsetzung dranzubleiben.

 

8) Zielerreichung feiern und Umsetzungsweg reflektieren

Vielleicht fühlt sich die Zielerreichung am Schluss weniger spektakulär an als erwartet. Trotzdem ist es wichtig, diesen Moment wahrzunehmen und zu reflektieren, was auf dem Weg hin zum Ziel hilfreich war und was nicht. Zudem möchte man das Gefühl der Zielerreichung wahrnehmen, weil dadurch Motivation entsteht für das nächste Ziel. So berichten erfolgreiche Menschen, dass das Glücksgefühl der Zielerreichung ihnen den Durchhaltewillen gibt, um bei nächsten schwierigen Situationen dranzubleiben.

Umsetzungswerte Ziele finden

Die acht Schritte zeigen, dass es für eine Zielerreichung einiges braucht, weshalb ein rasch formulierter Neujahrsvorsatz, der nur halbherzig gewollt wird, nur selten in die Umsetzung kommt. Umso wichtiger somit, dass man weiss, für welches Ziel man Lebensenergie investieren möchte. Nachstehende Ideen können helfen, genau solche Ziele für sich zu formulieren.

Let’s dream a dream

Angelehnt an die ersten zwei Schritte einer Appreciative Inquiry werden zunächst die persönlichen Stärken notiert und danach geträumt, was damit entstehen könnte. Ein Moment im Liegen, ein Spaziergang für sich oder ein Träumen zu zweit können helfen, dass Träume echte Lebenswünsche und Visionen sind, die sich danach in konkrete Zwischenschritte und Ziele umformulieren lassen.

Blick zurück aufs neue Jahr

Allein oder als Gruppe überlegen, worauf man zum Ende des neuen Jahres anstossen will und daraus ableiten, was bis dann alles passieren soll. Dadurch lassen sich grosse wie auch kleine Ziele formulieren und anschliessend konkretisieren.

Bucketlist fürs Leben

Um gleich gross zu denken: Eine Wunschliste mit all jenen Dingen schreiben, die beruflich und privat bis ans Lebensende noch passieren sollen, so dass sich daraus Jahresziele ableiten lassen.

Ziele schenken lassen

Anstelle selbst Ziele zu formulieren, den Freundeskreis bitten, Ziele zu notieren und uns diese zu schenken. Aus diesen Zielen können in einem nächsten Schritt jene ausgewählt werden, die uns am meisten ansprechen, um sie anschliessend noch komplett zu unseren eigenen zu machen.

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