Inspiration und News
Grazie – Tak – Merci – Dank je – Spasibo – Danke – Gracias – Thank you
Momente der Dankbarkeit – das ganze Jahr hindurch oder speziell zu Thanksgiving in the USA resp. in der Schweiz zum Jahresende – tun uns gut. Was Selbsthilfebücher als «praticing gratitude» bezeichnen, beschreiben die Engländer als «count your blessings». Es bezeichnet die Haltung, dass man sich auf das fokussiert, was da ist, was gut läuft. Das Schwierige wird dabei weder verneint, noch ignoriert. Aber die Dankbarkeit für das Gute schafft die Energie und Zuversicht, um sich auch mit dem Schwierigen herumzuschlagen. Zwischenzeitlich untersuchte die Resilienz- und Glücksforschung die Wirkung von Dankbarkeit und das mit spannenden Einsichten.
Dankbarkeit verlängert die Lebenserwartung, da sie das Sterberisiko nachweislich um etwa 9% reduziert.
Studien der Harvard University bestätigen, dass wir dankbar länger leben, weil dadurch die Aktivität der Amygdala – unser Verarbeitungszentrum für Emotionen – verbessert wird, was den gefühlten Stress reduziert. Als Konsequenz haben wir weniger oft Angst, fühlen weniger Ärger, leiden weniger an Depressionen. Wir werden als hilfsbereiter, sozialer, positiver wahrgenommen, was unser Beziehungsnetz stärkt und uns in schwierigen Momenten emotionalen Rückhalt schenkt. Ausreichend Gründe, um Dankbarkeit Teil der individuellen Resilienz zu machen und widerstandsfähiger im Umgang mit Schwierigkeiten zu werden.
Gesagt. Getan. Ich sage dir herzlich Danke.
Für das Lesen der Newsletter und das Eintauchen in meine Gedanken zu Personal- und Organisationsentwicklung. Ich sage dir ganz besonders Danke, wenn wir dieses Jahr zusammenarbeiten konnten und ich durch und mit dir spannende Workshop-Stunden, bereichernde Coaching-Momente erleben konnte. Weiter sage ich all den Menschen um mich herum danke, welche mich sehen und mir den Raum schenken, so sein zu können, wie ich bin. Und irgendwie sage ich auch mir selbst danke, weil ich mich immer wieder aufs Neue durch den Tag begleite und dabei möglichst freundlich mit mir selbst bin.
Du möchtest selbst dankbarer sein und dadurch länger leben?
Folgende drei Dankbarkeitsrituale finde ich besonders reizvoll:
Schreiben von Dankbarkeits-Post-it
Lege einen Post-it-Block und einen Stift an eine Stelle, wo du dich oft befindest, und notiere regelmässig, wofür du dankbar bist. Klebe die Post-it an eine sichtbare Stelle, damit die guten Dinge in Erinnerung bleiben und freue dich beim Vorbeilaufen daran. Alternativ kannst du normale Zettel verwenden, diese zusammenfalten und in ein Dankbarkeitsglas legen. In regelmässigen Abständen oder in einem trüben Moment greifst du in das Dankbarkeitsglas, liest ein paar der Zettel und erinnerst dich dadurch an die guten Dinge in deinem Leben.
Dir selbst Danke sagen
Ob am Morgen beim Aufstehen, im Tagesverlauf oder am Abend beim Zähneputzen: Bedanke dich bei dir selbst. Du kannst Danke sagen für etwas Spezifisches oder auch einfach dafür, dass es dich gibt. Wenn du dieses Danke mit einem freundlichen Lächeln kombinierst, fühlt sich dieser Moment noch intensiver an.
Deinen dunklen Seiten Danke sagen
Wir mögen nicht alles an uns selbst; das ist normal und menschlich. Indem wir diesen dunklen Seiten von uns Danke sagen, machen wir sie zu einem Teil von uns und akzeptieren, dass es sie gibt. Meist entsteht dadurch ein Gefühl von Entspannung und von mehr Freiheit im Umgang mit diesen Aspekten. Wenn wir uns gleichzeitig auch noch mutig fragen, was wir verlieren, falls es diese dunklen Seiten nicht mehr gäbe, erkennen wir das Potenzial hinter diesen Aspekten und freunden uns gleich noch mehr mit diesen an.
«Ich bin froh, wenn es während der Arbeit sachlich bleibt. Wird es emotional, bin ich immer etwas überfordert.»
Während Begeisterung für den Aufgabenbereich, Commitment zum Team und dem Unternehmen sowie Freude über Erfolg gewünscht resp. eingefordert werden, bleiben Verärgerung, Wut ebenso wie Trauer, Überforderung und Hilflosigkeit im Berufskontext ungeliebte Gäste. Wie Laloux in seinem Buch Reinventing Organisations aber gut beschreibt: Möchte man Mitarbeiter:innen, die sich mit Kopf, Herz und Bauch fürs Unternehmen investieren, kann die dunklere Seite der Emotionen nicht weggeschnitten oder unterdrückt werden. Es braucht alles und Studien belegen, dass gerade Unternehmen mit einer gesunden Konfliktkultur innovativer und dadurch profitabler sind.
«Wir wollen eine Feedbackkultur in unserem Team aufbauen!»
Mit diesem Wunsch wenden sich Teams wie auch Vorgesetzte an mich und wünschen eine Feedbackschulung: «Wir wollen uns regelmässiger Rückmeldung geben, voneinander lernen und uns weiterentwickeln.». Das Verständnis, was Feedback ist, geht dabei oft auseinander und im Rahmen der Auftragsklärung frage ich, ob Feedback als Rückmeldung zu etwas verstanden wird, das mir vielleicht noch nicht bewusst ist (blinder Fleck), oder ob es mehr um ein Anbringen von Kritik mit entsprechenden Wunsch einer Verhaltensveränderung geht. Nach einer solchen Begriffsklärung wird der Fokus einer ‘Schulung’ rasch klarer, wobei es meist weniger um das Wie von Feedback und mehr um den Aufbau von Feedbackmotivation geht.
«Wann braucht man als Team eine Teamentwicklung?»
Hat man selbst noch nie eine Teamentwicklung und den damit verbundenen Mehrwert erlebt, bleibt oft unklar, wann man als Team eine Auszeit braucht. Die damit verbundenen Erlebnisse sind jedoch nicht immer nur positiv, wie meine eigene erste Erfahrung vor vielen Jahren zeigt: Die externe Moderation war über die teaminternen Konflikte nicht informiert, die Tagesinhalte waren entsprechend unpassend gewählt, eine Stunde vor Schluss explodierte die Stimmung und am gleichen Abend kündete die Teamleitung ihre Stelle.
Vielleicht ist mir gerade deshalb wichtig, immer wieder aufzuzeigen, was gute Teamentwicklung ist, den ich höre von Teams zu oft, dass ein Tag mit Tränen endete, einzelne Personen blossgestellt wurden oder die Stimmung im Team danach noch schlechter war. Dabei kann mit dem richtigen Set-up und den passenden Methoden Grosses bewirkt werden.
«Immer wenn ein Sanitätsauto an mir vorbeifährt, weiss ich: heute muss ich aufpassen!»
Diese Aussage und die damit verbundene Übung sind mir gut in Erinnerung geblieben. 2016 in Berlin an einem trüben Freitagnachmittag während der Ausbildung zum Change-Prozessbegleiter. Wir erhielten den Auftrag, eine Fragestellung auszuwählen, die uns gerade beschäftigte. Rauszugehen. Unseren Kopf komplett leer zu machen und in Resonanz mit der Welt zu gehen. «Flirte mit der Welt, und die Welt flirtet mit dir!» war die Einladung. An die von mir gewählte Fragestellung erinnere ich mich nicht mehr und auch nicht an meine Flirtversuche mit der Welt. Aber das anschliessende Debriefing und die Bemerkung eines Weiterbildungskollegen «Wenn ein Sanitätsauto auf dem Weg zu einem Workshop an mir vorbeifährt, weiss ich: heute muss ich muss aufpassen.» sind noch heute präsent.
«Es müsste doch möglich sein, mittels ein paar Fragen herauszufinden, wo ein Team seine Stärken hat und wo die Entwicklungsfelder liegen!»
«Es müsste doch möglich sein, mittels ein paar Fragen herauszufinden, wo ein Team seine Stärken hat und wo die Entwicklungsfelder liegen!» In leicht forderndem Ton fragte mich dies eine Teilnehmerin des ETH-Leadership-Seminars. Ich überlegte kurz und antwortete: «Es gibt verschiedene Fragebögen und Modelle zu Teams und zu Teamdynamik, aber diese fokussieren sich jeweils auf einen Teilaspekt eines Teams. Eine Fragesammlung, die ein Team gesamtheitlich betrachtet, fehlt meines Wissens. Aber so etwas kann man ja entwickeln.».
Etwas Heidi-Klum-Feeling!
Etwas Heidi-Klum-Feeling: Ein beeindruckender Lebenslauf und die erforderlichen Fähigkeiten für den nächsten Karriereschritt. Ein Assessment Center als Zwischenstopp, um dieses Ziel zu erreichen. Ich als Coach an der Seite, der bei der Vorbereitung half und sich plötzlich ein klein wenig als Heidi Klum fühlte, die ihre Models auf den Laufsteg schickt.
Kannst du den Froschkönig küssen?
Kannst du den Froschkönig küssen? Diese Frage blieb hängen und noch heute unterscheide ich Personal- und Organisationsentwicklung nach dieser Logik. Während es bei Personalentwicklung darum geht, Mitarbeiter:innen ihr Potenzial realisieren zu lassen und sie zu Prinz:essinnen zu machen, geht es bei der Organisationsentwicklung um ein System, das nicht küssbar ist.
«Seit ich meine Berufung zum Beruf gemacht habe, fühlt sich Arbeiten wie Freizeit an!»
Diese Rückmeldung freute mich ganz besonders, da es mir seit meinem Funktionswechsel gleich geht und weil die Ausgangslage für das Coaching zu einer beruflichen Neuorientierung nicht die einfachste gewesen war: Eine Position, die mit viel Fleiss und persönlichem Invest erreicht worden war und mit dem Ausblick auf einen nächsten Karriereschritt. Weiterbildung in einem Themenbereich, der nicht sofort berufliche Veränderungschancen versprach und gleichzeitig der Wunsch nach mehr Sinnhaftigkeit und Erfüllung in der Arbeit.